Dialogforum Mannheim–Karlsruhe

Am 02.06.2022 fand das 6. Dialogforum der Deutschen Bahn statt, das für Hambrücken positive Nachrichten bereithielt. Erstmals wurden durchgängige Linienvarianten zwischen Mannheim und Karlsruhe vorgestellt. Hierbei konnte verhindert werden, dass es zu einer weiteren Zerschneidung und Zersiedlung der Landschaft rund um Hambrücken kommt. So sind in früheren Stadien in Betracht gezogene neue Gleise im Westen und im Osten kein Thema mehr.

Neben der für Hambrücken nicht unmittelbar beeinträchtigenden Aufdimensionierung parallel zur A5 droht nun „nur“ noch die Erweiterung der bestehenden Schnellbahntrasse Mannheim-Stuttgart um zwei weitere Gleise. Da indes derzeit noch ca. 50 durchgängige Linienvarianten betrachtet werden, kann im aktuellen Stadium nicht seriös prognostiziert werden, ob sich diese Gefahr tatsächlich realisiert und ob diese Variante tatsächlich umgesetzt wird. Bis zum 7. Dialogforum am 21.09.2022 soll eine Reduzierung auf ca. 10–15 durchgängige Linienvarianten erfolgen, die ernsthaft in Betracht kommen. In jedem Fall werden die Interessen und Belange unserer Kommune sowie unserer Bürgerinnen und Bürger, v. a. in Sachen Lärmschutz und Natur, weiterhin nachhaltig und entschieden vertreten und geltend gemacht. Weitere Einzelheiten können Sie den nachfolgenden Unterlagen sowie dem Link https://www.mannheim-karlsruhe.de/dialogforum-workshops entnehmen.   

Überlagernde Linienvarianten (347 KiB)
Linienvarianten Reduzierung (292 KiB)
Termine 1. Halbjahr 2022 (251 KiB)
Termine 2. Halbjahr 2022 (258 KiB)


Dialogforum Mannheim–Karlsruhe: Durchgängige Linienvarianten vorgestellt (offizielle PM:)

Das Dialogforum Mannheim–Karlsruhe hat sich auf Einladung der Deutschen Bahn am 2. Juni 2022 zu seiner 6. Sitzung getroffen. Der Termin fand online statt. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Vorstellung der durchgängigen Linienvarianten durch die Bahn sowie der Austausch über den aktuellen Planungstand.
Die Gutachter hatten mehrere neuralgische Punkte identifiziert, die zur Vorbereitung durchgängiger Linienvarianten vertieft noch hinsichtlich ihrer technischen Realisierbarkeit geprüft werden mussten. Außerdem wurden erstmalig weitere Daten – zum Beispiel bereits vorliegende, rechtsrheinische Flächennutzungspläne – geprüft, um möglicherweise andere entgegenstehende Planungen zu berücksichtigen. Die Prüfungsergebnisse wurden im Dialogforum präsentiert. Als Ergebnisse wurden die möglichen Tunnelkorridore im Raum Mannheim-Ludwigshafen konkretisiert. Die Durchfahrungen von Landau und Graben-Neudorf wurden, ebenso wie ein Streckenabschnitt im Bereich Lußhardt, zurückgestellt.
Anfang des Jahres stellte die Bahn als Ergebnis des Segmentvergleichs die weiter zu verfolgenden Linienkorridorsegmente vor. Diese haben die Gutachter im aktuellen Planungsschritt auf Basis der oben genannten Untersuchungen zu über 50 durchgängigen Linienvarianten zusammengefügt, die im Dialogforum vorgestellt wurden. Die konkreten Ergebnisse sind in der Präsentation zum 6. Dialogforum auf der Projektwebsite (www.mannheim-karlsruhe.de) zu sehen und werden online in die interaktive Karte aufgenommen.
Im nächsten Schritt werden die durchgängigen Linienvarianten weiter eingegrenzt. Ziel ist es, die Zahl der Varianten bis Herbst 2022 auf ca. 10–15 Linien zu reduzieren. Dabei werden die Linienvarianten nach u. a. verkehrlichen, betrieblichen und technischen Grobkriterien sowie nach Belangen der Umwelt und der Raumordnung bewertet. Die Mitglieder des Forums haben ihre ersten Einschätzungen zu den Zwischenergebnissen der Deutschen Bahn abgegeben. Dabei wurden unter anderem die Themen Anbindung Rangierbahnhof Mannheim und Güterbahnhof Karlsruhe, Bündelung von bestehender mit neuer Infrastruktur, aber auch die unterschiedlichen Tunnelbauweisen, Mehrfachbelastung im Umweltbereich sowie das Schutzgut Mensch diskutiert. 

Weiteres Thema des Dialogforums waren Vorschläge für Streckenführungen aus der Öffentlichkeit. Die Deutsche Bahn erläuterte jeweils die Prüfungsergebnisse und stellte dar, inwiefern die Vorschläge in die weiteren Planungen einfließen oder zurückgestellt werden. Ein Schwerpunkt lag auf möglichen Umfahrungen und Tunnelkorridoren. Einzelne Vorschläge sind bereits in die Planung eingeflossen oder werden in die weitere Prüfung mitaufgenommen. Die Forumsteilnehmer:innen tauschten sich zu den vorgebrachten Argumenten aus und äußerten teilweise Wünsche nach Vertiefungsthemen für die folgenden Workshops.
Im Dialogforum wurden offene Fragen der Mitglieder zum aktuellen Planungsstand geklärt und Hinweise durch die Deutsche Bahn aufgenommen. Mehrere Workshops für die Mitglieder des Dialogforums zur Vertiefung der vorgestellten Themen werden Ende Juni online sowie in Präsenz stattfinden. Die nächste Sitzung des Dialogforums ist für September 2022 geplant.

Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe und Dialogforum
Das Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe ist Teil des Gesetzes zum Ausbau der Schienenwege des Bundes. Ziel ist, dass mehr Züge unter anderem zwischen den Metropolen Rhein-Neckar und Karlsruhe fahren können. Dadurch wird auch zwischen Frankfurt am Main und Basel ein Engpass aufgelöst. Das Dialogforum steht maßgeblich für die frühe Beteiligung der Öffentlichkeit beim Bahnprojekt Mannheim–Karlsruhe. Es repräsentiert die Interessen der unterschiedlichen Akteure und soll alle Fakten auf den Tisch bringen. Mitglieder erfahren so verschiedene Sichtweisen jeweils aus erster Hand. Die Bahn bietet bei Bedarf Workshops für detaillierte Fachthemen an.
Die intensive Arbeit des Dialogforums macht die Suche nach der bestmöglichen Neu- und Ausbaustrecke transparent und nachvollziehbar. Das Dialogforum ergänzt die gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren. Es fungiert als Beratungsgremium, arbeitet Fakten auf und spricht Empfehlungen aus. Die DB berücksichtigt diese in ihren Planungen‚ so weit das möglich ist. Die Treffen finden regelmäßig statt. Eine externe Moderation leitet die Sitzungen. Die Bahn stellt die Ergebnisse transparent zum Nachlesen auf die Projektwebsite. Auf www.mannheim-karlsruhe.de gibt es im Internet alle notwendigen Informationen zum Bahnprojekt.