Minham - Miteinander in Hambrücken

Vor nunmehr neun Monaten kamen die ersten Flüchtlinge in die Gemeinschaftsunterkunft in der Wittumstraße. Obwohl uns auch Familien zugesichert worden waren, kamen 80 alleinstehende Männer!
Wie wird das werden? Diese Frage stellten sich alle Beteiligten.
Nach dem Einzug begann das gegenseitige Kennenlernen. Zur Begrüßung hatten die Helfer Brezeln und Wasser organisiert und dann stand da wieder eine Frage: Soll es das jetzt gewesen sein? Lernt man so die Leute kennen?
So kam es, dass jeden Tag Helfer von minham im Camp waren. Es wurde geredet, gespielt und endlich mal wieder gelacht.
Die Männer erzählten uns, dass in der vorherigen GU alle Helfer nur nach den Familien schauten und nun sah endlich jemand nach ihnen. Zuhören, erklären, oft mit Händen und Füßen, das war jeden Tag gefragt
Die Helfer organisierten sich in verschiedenen Arbeitskreisen.
Im Camp begann die Sprachschule, teilweise mit Analphabeten unseres ABCs, mit Sprachtalenten und denen dazwischen J - Gar nicht so einfach einen Stunden- bzw. Lehrplan zu erstellen!
Bei Ausflügen in die nähere und fernere Umgebung wurde Soziales mit Sprache vernetzt. Auf dem Weg zum Vogelpark wurde laut geübt: „Straße, Haus, Licht…“ und „Hallo, Guten Tag!“. Die Männer übten sich im Verhalten gegenüber unserer Dorfgemeinschaft und wir sind sehr stolz darauf, dass die Polizei mit „unserem“ Camp zufrieden ist. Außerdem wurden Termine bei Ärzten ausgemacht, die Flüchtlinge zu den Ärzten begleitet aber auch Besuche in den verschiedenen Ämtern wurden von uns koordiniert und die Flüchtlinge bei Bedarf begleitet.
Der Arbeitskreis Arbeit versucht die Männer in Praktika und in Arbeit zu bringen. Integration gelingt in erster Linie über Arbeit. Hier wurde Gruppenübergreifend gearbeitet. Jeder der eine Arbeitsstelle wusste, brachte dies in die Gruppe ein und unterstützte so den Arbeitskreis.
Begegnungscafé hieß es regelmäßig am Sonntag. Hier sollten Einheimische und neue Nachbarn Gelegenheit haben, sich kennenzulernen.
Das Begegnungscafe wurde inzwischen leider eingestellt.
Die Fahrradwerkstatt fand ein großes Echo nicht nur bei den Flüchtlingen, sondern auch in der Unterstützung durch Spenden aus der Gemeinde. Mit der Fahrradgarage fand sich ein kompetenter Partner bei der Beschaffung von Reparaturmaterial!
Ein Sportangebot für Flüchtlinge wurde vom Turnverein und der Gemeinde ins Leben gerufen. Einige Vereine öffneten ihr Angebot für die neuen Nachbarn.
Das Orga-Team betreut die Erstellung einer Homepage, den Kontakt mit dem Landratsamt sowie der GU-Leitung und allen weiteren organisatorischen Erfordernissen.
Ein Highlight unserer bisherigen minham-Aktivität war sicherlich das Willkommensfest. Zahlreiche Besucher kamen ins Camp und gemeinsam feierte man ein friedliches, kulinarisch-musikalisches Fest. Es folgten Kinoabende, Grillfeste und Gesprächsabende zu allen möglichen Themen und das Vertrauen in minham und in die Bewohner wuchs.
Beim Straßenfest waren etliche GU-Bewohner gern gesehene Helfer bei verschiedenen Vereinen.
Mit großen Augen schmückten die Bewohner der GU ihren 1. Weihnachtsbaum und einige halfen tatkräftig beim Weihnachtszauber mit.
Das Jahr brachte auch viele Veränderungen mit sich. Die jüngeren Männer durften zur Schule und für etliche Syrer begannen die Integrationskurse. Nach und nach wurden einige Bewohner in die Anschlussunterbringung verlegt – und nutzen oft die Wochenenden, um Hambrücken und dem Camp wieder einen Besuch abzustatten.
Zurzeit leben noch circa 40 Männer im Camp. Einige haben Arbeit gefunden. Andere suchen dringend Arbeit. Dabei werden sie unterstützt beim Bewerbungstraining. Jeden Freitag wird Schlange gestanden für Lebensläufe, Bewerbungsmappen, Gespräche über Berufe. Das Equipment wurde durch den Erlös des Weihnachtscafes ermöglicht.
Es hat sich vieles verändert!
Nun gilt es, die nächsten Fragen zu stellen: Wie geht es weiter? Welche Angebote werden benötigt?
· Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe, auch in der Anschlussunterbringung
· Wohnungssuche für Familien und Einzelpersonen
· Organisation von Möbeln für die Familien
· Arbeits- und Lehrstellensuche
· Wöchentliches Bewerbungstraining
· Fahrradwerkstatt (nächster Termin: 11.3.17)
· Begleitung zu Terminen im Jobcenter
· Begleitung zu Arztterminen
· Begleitung zu Terminen bei Behörden
· Gemeinsames Lesen / Erklären von Unterlagen der verschiedenen Ämter
· Dasein und die Trauer mit aushalten, wenn die Ablehnung kommt
Weiterhin sind geplant sind:
· ein Gartenprojekt für die Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft und in der Anschlussunterbringung
· Kochen mit Flüchtlingen und Einheimischen
Ein Schwerpunkt in unserer Arbeit, stellt die Wohnungssuche für die Geflüchteten dar.
Wir werden die Flüchtlinge auch nach Bezug einer Wohnung weiter begleiten, die Formalitäten mit dem Mietvertrag übernehmen und weiterhin Ansprechpartner für Vermieter als auch für die Flüchtlinge sein.
Wir appellieren an Sie: Geben Sie den Menschen eine Chance!
Vermieten Sie ein Zimmer?
Vermieten Sie eine Wohnung?
Sprechen Sie uns an oder rufen Sie uns an.
Sollten Sie Interesse haben, sich einzubringen: Wir freuen uns über Ihr Mittun!
Wir brauchen Sie!
Maria Wilhelm Tel. 72 50 10
Uli Grub Tel. 1001

Veröffentlicht: 13.03.2017

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